Essen lernen wie die Großen

Ernährung im 2. Lebensjahr
Essen lernen wie die Großen


Gegen Ende des ersten Lebensjahres beobachten die meisten Babys mit wachsender Neugier, was bei Eltern und Geschwistern auf den Teller kommt. Kein Wunder, denn wenn das Kind selbständig im Hochstuhl sitzen kann, die ersten Zähne hat und auch schon erste Bekanntschaft mit dem Werkzeug Löffel gemacht hat, kann es langsam essen lernen wie die Großen.

Umstellung auf Familienkost

Die Umstellung von den Milch- und Breimahlzeit auf die Familienkost erfolgt schrittweise. Mit der Zeit sollte Ihr Kind sich an Frühstück, Mittagessen und Abendessen sowie zwei kleine Zwischenmahlzeiten gewöhnen. Wenn der kleine Esser etwas geübter darin ist, die Nahrung einzuspeicheln, zu kauen und zu schlucken, kann die Konsistenz der Speisen nach und nach etwas stückiger werden.

Zunächst geht es aber mit vorsichtigem Knabbern los – dazu benutzen die Kinder einfach ihre Hände. Dabei landet am Anfang sicherlich nur eine kleine Menge tatsächlich im Mund und wird auch runtergeschluckt. Lassen Sie Ihr Kind ruhig experimentieren, damit es Spaß am Essenlernen findet und auch stolz auf seine Fortschritte sein kann.

Wichtig: Wählen Sie Lebensmittel aus, die weich sind und sich gut einspeicheln lassen. Geeignet sind z. B. kleine Stückchen weichgekochtes Gemüse, kleine Brotwürfel (ohne Rinde), Bananenstückchen oder ein paar Nudeln.

Grundsätzlich sollten die Speisen gut verdaulich, nicht zu fett und wenig oder gar nicht gewürzt sein. Stellen Sie daher bei der Zubereitung eine kleine Essensportion für Ihr Kind zur Seite, bevor Sie die Mahlzeit für die Großen würzen.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind ausreichend trinkt. Bieten Sie zu den Mahlzeiten und auch zwischendurch immer wieder ein Getränk an. Ideale Durstlöscher sind Wasser und ungesüßte Früchtetees.

Hier ist Vorsicht geboten!

Bei einigen Lebensmitteln ist Vorsicht geboten. Salz, Gewürze und zugesetzter Zucker sollten vermieden werden. Außerdem sollten Sie Ihrem Kind nichts geben, was die Verdauung zu sehr belastet oder die Gefahr des Verschluckens in sich birgt. Beispiele:

  • Salz und Gewürze
  • Zugesetzter Zucker
  • Harte Lebensmittel (z. B. Nüsse, rohe Karotten, ungeschälte Äpfel)
  • Runde Lebensmittel (z. B. ganze Trauben oder Oliven)
  • Blähende Lebensmittel (z. B. Hülsenfrüchte, Kohl) oder fettreiche Speisen

Regeln bei Tisch

Kinder brauchen feste Regeln und Rhythmen, um sich in der Welt zurechtzufinden – das gilt auch bei Tisch. Mit diesen Tipps helfen Sie Ihrem kleinen Entdecker dabei, Freude am Essen zu entwickeln. Außerdem sind Regeln wichtig, um die gemeinsamen Familienmahlzeiten angenehm und stressfrei zu gestalten.

  • Feste Essenszeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendbrot plus zwei kleine Zwischenmahlzeiten (z. B. Obst). Knabbern zwischendurch führt meist dazu, dass das Kind zur eigentlichen Essenszeit keinen Hunger hat.
  • Immer der gleiche Essplatz: Essen Sie immer gemeinsam am Tisch, in der Regel hat jeder seinen angestammten Sitzplatz.
  • Entspannte Essatmosphäre: Beim Essen haben Fernseher und Telefon Sendepause. Hektik und Lärm lenken vom Essen ab.
  • Für die Mahlzeiten sollten jeweils etwa 30 Minuten eingeplant werden.
  • Lassen Sie Ihr Kind mit seinem eigenen Löffel experimentieren – auch wenn häufiger etwas daneben geht. Das gehört dazu, um den richtigen Umgang mit dem Besteck zu lernen.
  • Üben Sie sich in Geduld und loben Sie Ihr Kind, wenn das Essen besonders gut geklappt hat. Es ist übrigens völlig normal, wenn Ihr Kind manchmal etwas quer über den Tisch oder auf den Boden wirft.
  • Wieviel Ihr Kind isst, kann von Tag zu Tag schwanken. Zwingen Sie es nicht zu essen, wenn es einmal keinen großen Appetit zeigt.
  • Bieten Sie Lebensmittel immer wieder an – der Geschmacksinn entwickelt sich und Kinder brauchen Zeit, um die verschiedenen Speisen kennen und lieben zu lernen.

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