Wollen wir Freunde sein?

Das 3. Lebensjahr
Wollen wir Freunde sein?


Bis zu einem Alter von etwa einem Jahr spielen die meisten Kinder am liebsten alleine oder mit den Eltern. Danach steigt das Interesse an potenziellen Spielkameraden langsam an: Zunächst beobachtet Ihr Kind die anderen, versucht, sie nachzuahmen und tritt in Kontakt mit ihnen. Mit der sich entwickelnden Sprache verstärken sich diese Sozialisationsprozesse und es werden erste innige Freundschaften geschlossen.

Kinder brauchen Spielkameraden

Schon die ganz Kleinen üben sich darin, die Mimik ihrer Eltern nachzuahmen und so mit ihnen in Kontakt zu treten. So können Babys bereits vier Wochen nach der Geburt lächeln und die Zunge herausstrecken. Diese natürliche Kontaktfreudigkeit beschränkt sich zunächst auf Mama und Papa. Im Verlauf des 2. Lebensjahres steigt das Interesse an kleinen Spielkameraden langsam an. Auch dann spielt zunächst die Nachahmung eine wichtige Rolle. Ein typisches Bild: Zwei kleine Kinder sitzen zusammen im Sandkasten und spielen dasselbe – aber jeder für sich. Später nimmt die Neugier zu, das Kind läuft selbst fremden Kindern nach, sucht Kontakt und knüpft erste Freundschaften.

Wichtig: Auch wenn sich Kleinkinder noch nicht wie Erwachsene austauschen können, so sind sie doch auf das Zusammensein mit anderen Altersgenossen angewiesen. Sie tauschen Blicke aus, kommunizieren mit Mimik und Lauten und ahmen einander nach – all das sind wichtige Lernprozesse für das Beziehungsverhalten.

Schüchternheit überwinden

Die ersten schüchternen Annäherungsversuche gegenüber anderen Kindern, Freunden und Familienmitgliedern können Sie als Eltern sanft unterstützen:

  • Laden Sie kleine Spielkameraden aus Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft zu Ihnen nach Hause ein, damit Ihr Kind sich langsam an den Kontakt zu Gleichaltrigen gewöhnen kann.
  • Fremdelt Ihr Kind, wenn z. B. Tante oder Opa es auf den Schoß nehmen, nehmen Sie es zurück in Ihre Arme und beruhigen Sie es sanft. Anschließend kann ein neuer Versuch gestartet werden.
  • Egal ob Krippe oder Krabbelgruppe – der Kontakt mit anderen Kindern fördert die Entwicklung und gibt Ihrem Kind Raum für neue Erfahrungen mit Altersgefährten.

Wenn ein Geschwisterchen dazukommt

Die meisten Kinder freuen sich, wenn ein kleines Geschwisterchen angekündigt wird. Beim Anblick des „neuen“ Babys in Mamas Armen entwickeln die meisten Erstgeborenen jedoch eine offensichtliche Eifersucht – das kann sich auch erst viele Monate nach der Geburt des Konkurrenten zeigen. Diese Geschwisterrivalität ist eine ganz normale und häufige Reaktion, sie kann jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und sich z. B. durch Schmollen, Wut, Albernheit oder Aggressionen zeigen. Um die Aufmerksamkeit der Eltern wieder auf sich zu ziehen, neigen ältere Geschwister z. B. auch dazu, vermehrt „Baby“ zu spielen.

Was Eltern tun können:

  • Ermuntern Sie Ihr „großes“ Kind, mit dem Neugeborenen Kontakt aufzunehmen. „Schau, wie es Dich anlächelt, es hat Dich lieb!“, „Magst du deine Schwester/deinen Bruder streicheln?“
  • Verantwortung übertragen: Beziehen Sie das ältere Geschwisterkind mit kleinen Aufgaben mit in die Pflege und Betreuung des kleinen Neuankömmlings mit ein. Je nach Alter kann z. B. der große Bruder/die große Schwester unter Aufsicht der Eltern die Flasche geben. Vergessen Sie nicht, es dafür zu loben!
  • Zeit für das ältere Geschwisterkind: Mit Papa in den Zoo, mit Mama auf den Spielplatz oder eine selbst vorgelesene Gute-Nacht-Geschichte – planen Sie immer wieder kleine Zeitinseln ein, in denen sich voll und ganz dem älteren Geschwisterchen zuwenden.
  • Achten Sie darauf, dass die große Schwester oder der große Bruder auch bei Familienbesuchen nicht zu kurz kommt.

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